Mikroplastik bei Kindern: Muss man wirklich alles aus Plastik ersetzen? 

Mikroplastik bei Kindern - Wie gefährlich ist Plastik wirklich?

Gelegentlich hat etwas ganz Unbedeutendes den Anstoß für Überlegungen zum Thema Mikroplastik gegeben.

Ein Plastiklöffel mit Kratzern.
Eine Babyflasche, die schon hundertmal sterilisiert wurde.
Oder dieser Augenblick, wenn man heißes Essen direkt in eine Plastikdose schüttet und auf einmal denkt: „Moment mal… ist das wirklich sinnvoll?“

Und aufrichtig? Das Thema fängt dort in der Regel an.

Schließlich klingt Mikroplastik zunächst nach einer Weltuntergangsdoku auf Netflix. Gigantische Meere. Plastikinseln. Musik mit dramatischem Charakter. Doch der Alltag wirkt viel weniger spektakulär. Kinder trinken aus Plastikflaschen, essen mit Besteck aus Kunststoff und spielen mit Gegenständen, die ständig warm, gekaut, zerkratzt oder erhitzt werden.

Die Untersuchung dazu ist noch nicht abgeschlossen. Sogar Institutionen wie AGES oder das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung äußern sich so. Zurzeit existiert kein eindeutiger Beleg dafür, dass Mikroplastik unmittelbar Krankheiten verursacht. Aber - und das ist der wesentliche Punkt - es bestehen auch zahlreiche offene Fragen.

Vor allem bei kleinen Kindern.

Denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihr Körper entwickelt sich noch. Sie atmen schneller, essen im Verhältnis mehr und stecken gefühlt alles in den Mund. Genau deshalb schauen Wissenschaftler bei Babys und Kleinkindern mittlerweile deutlich genauer hin. Studien zeigen zum Beispiel, dass bestimmte Babyflaschen aus Kunststoff beim Erhitzen Millionen Mikroplastik-Partikel freisetzen können.

Klingt absurd. Ist aber inzwischen ziemlich gut dokumentiert.

Heißt das jetzt, dass man panisch jedes Plastikteil aus dem Haus werfen muss? Nein. Das wäre eher Instagram-Hysterie als Alltagstauglichkeit.

Aber ein paar Dinge zu verändern, macht trotzdem Sinn.

Zum Beispiel:

  • heiße Speisen nicht mehr in Plastik aufwärmen
  • zerkratzte Kunststoffbehälter aussortieren
  • lieber Edelstahl oder Glas für Trinkflaschen verwenden
  • Holz- oder Edelstahlbesteck statt billigem Plastikbesteck nutzen


Eine Edelstahlflasche hält länger.
Ein Holzbrett fühlt sich echter an.
Ein Kind trinkt plötzlich aus derselben Flasche wie die Eltern. Klingt nebensächlich. Ist es irgendwie nicht.

Bei Naturcampus reden wir oft über Naturverbindung. Und das hat manchmal weniger mit großen Waldpädagogik-Konzepten zu tun als mit kleinen Entscheidungen im Alltag.

Nicht alles muss aus Plastik bestehen, nur weil es bunt ist.

Vielleicht beginnt Naturpädagogik manchmal schon bei der Jausenbox.

Mehr Ideen für naturverbundene Familienzeit, kreative Outdoor-Abenteuer und einfache Wege raus aus der Dauerreiz-Welt findest du auf Naturcampus.net.